Sehr geehrte Frau Präsidentin Dr. Zankl,
sehr geehrter Herr Professor Dr. Meng,
sehr geehrte Dozentinnen und Dozenten,
liebe Studierende,
einen schönen guten Nachmittag!
Es ist mir eine große Freude, Sie hier am Sprachen- und Dolmetscherinstitut München im chinesischen Jahresabschnitt Guyu – dem „Getreideregen“ – zu begrüßen, um gemeinsam den Tag der chinesischen Sprache der Vereinten Nationen 2026 zu begehen. Im Namen des Generalkonsulats der Volksrepublik China in München überbringe ich der heutigen Veranstaltung meine herzlichsten Glückwünsche. Mein besonderer Dank gilt Frau Präsidentin Dr. Zankl, allen Lehrenden und Studierenden sowie allen Freundinnen und Freunden, die sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für den kulturellen Austausch zwischen China und Deutschland einsetzen.
Der Tag der chinesischen Sprache der Vereinten Nationen wurde im Jahr 2010 ins Leben gerufen und ist ein fester Bestandteil der Sprachtage der Vereinten Nationen. Er soll den Gebrauch der chinesischen Sprache innerhalb des UN-Systems fördern, sprachliche Gleichberechtigung und kulturelle Vielfalt stärken und der Welt die Schönheit der chinesischen Sprache sowie den Reichtum der chinesischen Zivilisation näherbringen. Nach der Tradition fiel der 17. Tag der chinesischen Sprache in diesem Jahr auf den 20. April. Seine Festlegung auf den Termin des Getreideregens Guyu geht dabei auf eine alte Legende zurück: Als Cang Jie einst die Schrift erfand, regnete es Hirse vom Himmel. Mit der Entstehung der Schrift erhellte sich der Geist der Menschen und die Zivilisation blühte auf – so wie der Frühlingsregen Wachstum schenkt und das Leben erneuert. Mit dem Bild des Getreideregens gedenken wir in China nicht nur dem legendären Begründer der chinesischen Schrift, wir erinnern uns auch daran, dass Sprache und Kultur die Herzen nähren und Länder verbinden. Indem wir heute Sprache als Brücke und Kultur als Bindeglied verstehen, verwirklichen wir diesen schönen Gedanken auf lebendige Weise.
Die chinesische Sprache ist ein bedeutendes Band zwischen China und Deutschland. Seit der Einführung einer chinesischen Sprachabteilung im Jahr 1987 widmet sich das Sprachen- und Dolmetscherinstitut München nunmehr seit fast vier Jahrzehnten mit großer Hingabe der Lehre des Chinesischen sowie der deutsch-chinesischen Übersetzerausbildung. Darauf aufbauend haben sich profilierte Studiengänge wie der BA Übersetzen Chinesisch, BA Wirtschaftskommunikation Chinesisch und MA Konferenzdolmetschen entwickelt. Besonders erfreulich sind die engen Partnerschaften mit chinesischen Universitäten wie der Beijing Foreign Studies University und der Jilin International Studies University. Aus dieser Zusammenarbeit sind zahlreiche Talente hervorgegangen – junge Menschen, die sprachliche Kompetenz, fachliche Qualifikation und interkulturelles Verständnis vereinen. Ihr Institut vermittelt nicht nur Sprachkenntnisse, sondern ist auch Brückenbauer zwischen China und Deutschland und leistet in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur sowie in der Völkerverständigung einen unschätzbaren Beitrag. Das Generalkonsulat würdigt Ihr Engagement und freut sich über das stetige Gedeihen des deutsch-chinesischen Übersetzernachwuchses.
Sprachliche Verständigung ist die Voraussetzung für zwischenmenschliches Verständnis, und kultureller Austausch bildet die Grundlage einer Zusammenarbeit zum beiderseitigen Vorteil. Heute vertieft sich die Kooperation zwischen China und Deutschland in vielen Bereichen, und die Kontakte zwischen den Menschen beider Länder werden immer enger. Damit wächst auch der Bedarf an hochqualifizierten Übersetzerinnen und Übersetzern sowie Fachkräften für professionelle Kommunikation. Das Generalkonsulat der Volksrepublik China in München wird weiterhin die internationale Verbreitung der chinesischen Sprache fördern, die Lehre und Forschung an Ihrer Hochschule unterstützen sowie kulturelle Austauschprogramme begleiten. Wir möchten Ihnen noch mehr Möglichkeiten eröffnen, die chinesische Sprache zu fördern, China zu verstehen und aktiv an der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit mitzuwirken.
Die Jugend ist die treibende Kraft im Dialog der Zivilisationen. Vor zwei Jahren stellte Staatspräsident Xi Jinping bei seinem Besuch in Europa die Initiative „Europa verdoppeln“ vor – mit dem Ziel, die Zahl europäischer Jugendlicher, die innerhalb von drei Jahren China besuchen und an einem Austausch teilnehmen, zu verdoppeln. Diese Initiative eröffnet jungen Menschen in China und Europa wertvolle Chancen für gegenseitiges Lernen und für echte Freundschaft.
Ich hoffe, dass Sie, liebe Studierende, die Möglichkeiten des Jugendaustauschprogramms für junge Botschafterinnen und Botschafter aktiv nutzen, China mit eigenen Augen erleben und dort neue Freundschaften knüpfen. Bewahren Sie Ihre Begeisterung für die chinesische Sprache und Kultur, lernen Sie mit Fleiß und Neugier, und schreiten Sie mutig voran. Werden Sie nicht nur Meisterinnen und Meister der Sprache, sondern auch Vermittlerinnen und Vermittler von Kultur und Hüter der Freundschaft. Erzählen Sie die Geschichten Chinas – und die Geschichten der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit –, damit der Baum der Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern tief wurzelt, kräftig wächst und reiche Früchte trägt.
Abschließend wünsche ich der heutigen Veranstaltung zum Tag der chinesischen Sprache der Vereinten Nationen einen vollen Erfolg. Ich wünsche Ihnen allen – Lehrenden, Studierenden und Freunden – Gesundheit, Fortschritt im Studium und in Ihrer Arbeit sowie alles erdenklich Gute.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.