Rede von Herrn Qiu Xuejun, Generalkonsul Chinas in München, auf dem Symposium zur Umsetzung der vier großen globalen Initiativen und zum Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit
2026/08/11

Umsetzung wichtiger globaler Initiativen

 für den Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit einbringen

— Rede von Herrn Qiu Xuejun, Generalkonsul Chinas in München, auf dem Symposium zur Umsetzung der vier großen globalen Initiativen und zum Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit

 4. August 2026, München

 

Sehr geehrte Frau Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts,

sehr geehrter Herr Guo Qinglin, Direktor der Dunhuang-Akademie,

sehr geehrter Herr Professor Zhang Weiwei, Dekan des China-Instituts der Fudan-Universität,

sehr geehrte Gäste, liebe Freundinnen und Freunde,

meine Damen und Herren,

Guten Tag!

Heute veranstalten das Generalkonsulat Chinas in München und das deutsche Schiller-Institut gemeinsam ein Seminar mit dem Thema "Umsetzung der vier großen globalen Initiativen und gemeinsame Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft der Menschheit". Zunächst möchte ich Sie im Namen des Generalkonsulats der Volksrepublik China in München herzlich willkommen heißen. Ich freue mich sehr, Sie alle heute hier begrüßen zu dürfen.

Die Welt erlebt derzeit einen seit einem Jahrhundert nicht dagewesenen, tiefgreifenden Wandel. Frieden und Entwicklung stehen weiterhin vor großen Herausforderungen. Die internationale Lage ist von tiefgreifenden Umbrüchen und Unsicherheiten geprägt; geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Konflikte nehmen zu.

Seit 2024 hat die Zahl bewaffneter Konflikte weltweit den höchsten Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht. Zahlreiche Länder und Regionen sind von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen, während die globalen Militärausgaben erheblich steigen. In einigen Ländern gewinnen zudem militaristische Tendenzen erneut an Einfluss – eine Entwicklung, die von der internationalen Gemeinschaft mit großer Wachsamkeit verfolgt werden sollte.

Gleichzeitig verstärkt sich die Fragmentierung der Weltwirtschaft und erschwert den globalen Entwicklungsprozess. Die wirtschaftliche Globalisierung steht unter wachsendem Druck. Der Aufbau neuer Mauern und Barrieren, Bestrebungen zur "Entkopplung" und zur Unterbrechung von Lieferketten sowie die willkürliche Erhebung von Zöllen beeinträchtigen die Stabilität und das reibungslose Funktionieren der Weltwirtschaft.

Zugleich treten immer neue globale Herausforderungen zutage. Der Kampf gegen den Klimawandel steht vor erheblichen Schwierigkeiten, die digitale Kluft vertieft sich weiter, der Missbrauch künstlicher Intelligenz bringt neue Sicherheitsrisiken mit sich, und die Herausforderungen in den Bereichen Ernährungs- und Energiesicherheit verschärfen sich. Auch nichttraditionelle Sicherheitsbedrohungen wie Terrorismus, Cyberangriffe, grenzüberschreitende Kriminalität und Risiken im Bereich der biologischen Sicherheit nehmen zu.

Die Herausforderungen, denen sich die Menschheit gemeinsam gegenübersieht, werden immer komplexer und vielfältiger. Die Welt ist in eine neue Phase tiefgreifender Umbrüche und anhaltender Turbulenzen eingetreten.

Die Menschheit steht erneut an einem Scheideweg der Geschichte. Alle Länder der Welt stehen vor einer grundlegenden Entscheidung: Sollte es zugelassen werden, dass Hegemonismus und Unilateralismus das auf den Vereinten Nationen beruhende internationale System sowie die auf dem Völkerrecht basierende internationale Ordnung untergraben und die Welt zurück in das Gesetz des Dschungels führen? Oder sollen wir dem Zeitgeist von Frieden, Entwicklung, Zusammenarbeit und gegenseitigem Nutzen folgen und uns gemeinsam zu den Werten der Menschheit – Frieden, Entwicklung, Gerechtigkeit, Fairness, Demokratie und Freiheit – bekennen?

Gerade in dieser kritischen Momente bringt China, als ein altes Kulturland mit einer über fünftausendjährigen Zivilisationsgeschichte, erneut seine einzigartige Weisheit des Ostens in die internationale Gemeinschaft ein.

Präsident Xi Jinping hat mit strategischem Weitblick das Leitbild des Aufbaus einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit sowie die vier großen globalen Initiativen –die Globale Entwicklungsinitiative, die Globale Sicherheitsinitiative, die Globale Zivilisationsinitiative und die Globale Initiative für globale Governance – vorgeschlagen. Damit weist er den Weg, um den vielfältigen globalen Herausforderungen wirksam zu begegnen und die gemeinsame Entwicklung der Menschheit voranzubringen.

I. Der Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit ist der unvermeidliche Weg, um den gemeinsamen Herausforderungen zu begegnen, vor denen die Menschheit steht.  

a) Die lange geschichtliche Tradition, die deutliche Prägung durch unsere Zeit und die reiche kulturelle Bedeutung bilden die Grundlage für den wissenschaftlichen Charakter, den fortschrittlichen Gehalt und die universelle Gültigkeit des Konzepts einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit.

Das Konzept einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit ist der zentrale Leitgedanke des diplomatischen Denkens von Präsident Xi Jinping. Es wurzelt tief in der traditionellen chinesischen Weltanschauung und Lebensphilosophie, die von Vorstellungen wie "Die Welt ist eine große Familie", "den Mitmenschen in Wohlwollen begegnen und gute Nachbarschaft pflegen" sowie "sich selbst entfalten und zugleich anderen zur Entfaltung verhelfen" geprägt ist.

Zugleich spiegelt dieses Konzept die globale Verantwortung der Kommunistischen Partei Chinas wider: Sie setzt sich nicht nur für das Wohlergehen des chinesischen Volkes und die Verwirklichung der Wiederbelebung der chinesischen Nation ein, sondern auch für den Fortschritt der Menschheit und eine Welt des gemeinsamen Friedens und der Harmonie.

Darüber hinaus knüpft das Konzept an die diplomatischen Leitideen, das strategische Denken und die bewährten Traditionen der Volksrepublik China seit ihrer Gründung an und entwickelt diese weiter. Gleichzeitig greift es die Errungenschaften verschiedener Kulturen der Menschheit auf und bringt sie in einen fruchtbaren Austausch. Es bringt die gemeinsamen Hoffnungen und das allgemeine Streben der Menschen weltweit nach Frieden, Entwicklung und einer besseren Zukunft zum Ausdruck.

b) Die gegenseitige Abhängigkeit aller Länder ist heute so groß wie nie zuvor. Globale Herausforderungen erfordern globale Antworten.Der Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit ist daher zu einer historischen Notwendigkeit geworden.

Im Laufe ihrer Geschichte hat die Menschheit die Agrarrevolution, die Industrielle Revolution und die Informationsrevolution durchlaufen. Die Erde ist und bleibt die einzige Heimat der Menschheit. Im heutigen Zeitalter rasanter Digitalisierung sind die Kontakte zwischen den Menschen enger und umfassender als je zuvor. Die Verflechtung und gegenseitige Abhängigkeit der Staaten sind so intensiv wie nie zuvor. Zunehmend entsteht eine Gemeinschaft, in der Interessen miteinander verflochten sind, Verantwortung gemeinsam getragen wird und das Schicksal aller miteinander verbunden ist.

Gegenwärtig beschleunigt sich der tiefgreifende Wandel, wie ihn die Welt seit einem Jahrhundert nicht erlebt hat, und die Menschheit steht vor Herausforderungen von bislang unbekanntem Ausmaß. Friedens-, Entwicklungs-, Sicherheits- und Regierensdefizite überlagern und verstärken sich gegenseitig. Kein Land kann diese Herausforderungen im Alleingang bewältigen oder sich ihnen entziehen.

Präsident Xi Jinping hat hierzu treffend festgestellt: Im Universum gibt es nur eine Erde, und die Menschheit hat nur eine gemeinsame Heimat. Er betonte ferner: Die Länder der Welt sitzen nicht in mehr als 190 kleinen Booten, sondern in einem großen Schiff, auf dem sie ein gemeinsames Schicksal teilen. Kleine Boote halten Wind und Wellen nicht stand – nur ein großes Schiff kann den gewaltigen Stürmen trotzen. Ebenso wies er darauf hin: Angesichts schwerwiegender Krisen kann sich kein Land allein schützen. Solidarität und Zusammenarbeit sind der richtige Weg für die Menschheit.

Nur wenn die internationale Gemeinschaft ihre Zusammenarbeit vertieft und gemeinsam eine Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit aufbaut, können globale Herausforderungen wirksam bewältigt und eine bessere Zukunft für alle geschaffen werden.

c) Die Erkundung und die erfolgreichen Erfahrungen des chinesischen Entwicklungswegs verleihen dem Konzept einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit eine bisher beispiellose Innovationskraft.

Das chinesische Volk liebt den Frieden. Chinas Entwicklung und Aufstieg beruhen niemals auf Aggression oder Ausbeutung, sondern auf Unabhängigkeit und Eigenständigkeit, auf Selbstvertrauen und harter Arbeit. China hat erfolgreich den Weg des Sozialismus chinesischer Prägung beschritten und konsequent weiterentwickelt. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat das Land den Industrialisierungsprozess vollzogen, für den die heutigen Industrieländer mehrere Jahrhunderte benötigten, und dabei zwei bemerkenswerte Erfolge erzielt: ein anhaltend hohes Wirtschaftswachstum und langfristige soziale Stabilität.

China hat den größten Kampf gegen die Armut in der Geschichte der Menschheit erfolgreich geführt. Fast 100 Millionen Menschen in ländlichen Gebieten konnten aus der Armut befreit und die absolute Armut im Land vollständig überwunden werden. Darüber hinaus hat China das weltweit größte Bildungs-, Sozialversicherungs- und Gesundheitssystem aufgebaut.

China hält an der Festigung und Weiterentwicklung gleichberechtigter, solidarischer, gegenseitig unterstützender und harmonischer sozialistischer Beziehungen zwischen den Nationalitäten fest. Durch die Förderung des Zusammenhalts aller ethnischen Gruppen wird eine Gemeinschaft der chinesischen Nation aufgebaut, in der Wohl und Wehe, Ehre und Schande, Leben und Schicksal miteinander verbunden sind, und die große Familie der chinesischen Nation weiter gestärkt.

China verfolgt konsequent den Weg der friedlichen Entwicklung und trägt mit seiner eigenen Entwicklung zur Erholung der Weltwirtschaft und zur Verbesserung der globalen Governance bei. China ist niemals der Auffassung gewesen, dass "ein starkes Land zwangsläufig nach Hegemonie strebt", noch betrachtet es das "Recht des Stärkeren" als Grundlage des Zusammenlebens der Menschheit. Ebenso wenig wird China sich in Nullsummenspiele oder Blockkonfrontationen hineinziehen lassen.

Vielmehr hält China stets an den gemeinsamen Werten der Menschheit – Frieden, Entwicklung, Gerechtigkeit, Fairness, Demokratie und Freiheit – fest. Es verbindet seine eigene Entwicklung stets mit der Entwicklung der Welt und bringt die Interessen des chinesischen Volkes mit den gemeinsamen Interessen aller Völker in Einklang. China ist bereit, gemeinsam mit allen Ländern eine Welt des dauerhaften Friedens, der universellen Sicherheit, des gemeinsamen Wohlstands, der Offenheit und Inklusivität sowie der ökologischen Sauberkeit und Schönheit aufzubauen.

d) Das Konzept einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit findet in der internationalen Gemeinschaft breite Zustimmung und entfaltet zunehmend Einfluss, Lebenskraft und Anziehungskraft.

Seit seiner Vorstellung hat das Konzept einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit weltweit breite Resonanz gefunden. Es wurde acht Jahre in Folge in Resolutionen der Generalversammlung der Vereinten Nationen aufgenommen und mehrfach in bilateralen sowie multilateralen gemeinsamen Erklärungen verankert. Damit entwickelt es sich zunehmend zu einem international anerkannten öffentlichen Gut von großer symbolischer und praktischer Bedeutung.

Mittlerweile haben Dutzende Staaten und Regionen gemeinsam mit China einen Konsens über den Aufbau verschiedener Formen einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft erzielt. Zugleich werden Initiativen zum Aufbau solcher Gemeinschaften in Bereichen wie dem Cyberspace, der nuklearen Sicherheit, der öffentlichen Gesundheit, der Harmonie zwischen Mensch und Natur sowie dem Schutz der Meere kontinuierlich vorangetrieben.

Der Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit entwickelt sich damit immer mehr zum größten gemeinsamen Nenner der Völker aller Länder für den gemeinsamen Aufbau einer besseren Welt.

II. Chinas Engagement für den Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit sowie die Umsetzung der vier großen globalen Initiativen haben der Sache des Weltfriedens und der globalen Entwicklung neue positive Impulse verliehen.

a) Der qualitativ hochwertige gemeinsame Aufbau der Belt and Road Initiative kommt drei Vierteln der Staaten weltweit zugute.

Seit Präsident Xi Jinping im Jahr 2013 die Belt and Road Initiative (BRI) ins Leben gerufen hat, hat sie sich zur weltweit größten und umfassendsten Plattform für internationale Zusammenarbeit entwickelt.

Bis 2026 sind mehr als 150 Staaten und über 30 internationale Organisationen der BRI-Familie beigetreten. Mit China wurden über 200 Kooperationsdokumente unterzeichnet und mehr als 4.000 Kooperationsprojekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 1 Billion US-Dollar auf den Weg gebracht.

Im ersten Halbjahr 2026 erreichte das Handelsvolumen Chinas mit den Partnerländern der Belt and Road Initiative 12,97 Billionen Renminbi (rund 1,92 Billionen US-Dollar). Dies entspricht einem Anstieg von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

b) Umsetzung der Globalen Entwicklungsinitiative und Förderung einer inklusiven und allen zugutekommenden wirtschaftlichen Globalisierung.

Dieses Jahr jährt sich zum fünften Mal die von Präsident Xi Jinping vorgeschlagene Globale Entwicklungsinitiative. In den vergangenen fünf Jahren hat die Initiative breite Unterstützung gefunden: Die Vereinten Nationen, zahlreiche weitere internationale Organisationen sowie mehr als 100 Staaten haben sich für sie ausgesprochen. Über 80 Länder sind der "Gruppe der Freunde der Globalen Entwicklungsinitiative" beigetreten. Zudem haben nahezu 100 Staaten, Regionen und internationale Organisationen mit China Kooperationsdokumente zur Umsetzung der Initiative unterzeichnet.

Bis heute wurden im Rahmen der Globalen Entwicklungsinitiative mehr als 1.800 Kooperationsprojekte durchgeführt. Für Entwicklungsländer wurden über 200.000 Fachkräfte ausgebildet. Die Initiative hat der globalen Entwicklung neue Impulse verliehen, konkrete Ergebnisse hervorgebracht und der Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung neue Dynamik verliehen.

Unter der Leitung des Xi-Jinping-Gedankens zur ökologischen Zivilisation hat China seine Anstrengungen zum Schutz der Umwelt kontinuierlich verstärkt. Der Aufbau einer ökologischen Zivilisation hat historische Fortschritte erzielt, der Übergang zu einer grünen und CO2-armen Entwicklung wird stetig vorangetrieben, das institutionelle System der ökologischen Zivilisation kontinuierlich verbessert und der Aufbau eines schönen Chinas mit Nachdruck gefördert.

Der im März dieses Jahres veröffentlichte 15. Fünfjahresplan Chinas bietet den Ländern der Welt darüber hinaus eine neue "Liste der Chancen", um an der Entwicklung der chinesischen Modernisierung teilzuhaben und davon zu profitieren.

c) Umsetzung der Globalen Sicherheitsinitiative und Wahrnehmung einer tragenden Rolle bei der Wahrung des Weltfriedens.

China setzt sich dafür ein, Meinungsverschiedenheiten durch Konsultationen zu überwinden und Streitigkeiten im Dialog beizulegen. Als verantwortungsbewusstes großes Land engagiert sich China kontinuierlich für die politische Lösung internationaler und regionaler Brennpunktfragen.

Gemeinsam mit den ASEAN-Mitgliedstaaten führt China intensive Verhandlungen über einen Verhaltenskodex für das Südchinesische Meer mit dem Ziel, das Südchinesische Meer zu einem Meer des Friedens, der Freundschaft und der Zusammenarbeit zu machen.

Unmittelbar nach Ausbruch der Ukraine-Krise legte China die konstruktiven Vorschlag von "Vier Punkten" vor und hält seither an seinem Einsatz für Frieden und Dialog fest. China steht mit den betroffenen Parteien in engem Austausch und setzt sich für eine politische Lösung der Krise ein.

Durch seine aktive Vermittlung hat China die historische Aussöhnung zwischen Saudi-Arabien und Iran gefördert und damit ein Beispiel dafür geschaffen, wie regionale Konflikte durch Dialog und Konsultation beigelegt und gutnachbarschaftliche Beziehungen gestärkt werden können.

Im Hinblick auf die gegenwärtigen Spannungen und Konflikte zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran hat China eine Fünf-Punkte-Initiative zur Wiederherstellung von Frieden und Stabilität in der Golfregion und im Nahen Osten sowie vier Vorschläge zur Wahrung und Förderung von Frieden und Stabilität im Nahen Osten vorgelegt. China setzt sich dafür ein, Frieden und Stabilität in der Region wiederherzustellen und zu bewahren sowie einen Beitrag zur globalen Energiesicherheit zu leisten.

d) Umsetzung der Globalen Zivilisationsinitiative und Förderung eines Verständnisses von Zivilisationen, das auf Gleichberechtigung, gegenseitigem Lernen, Dialog und Inklusivität beruht.

China setzt sich für den Austausch und das gegenseitige Lernen zwischen den Zivilisationen ein und tritt für ein Verständnis von Zivilisationen ein, das auf Gleichberechtigung, gegenseitigem Lernen, Dialog und Offenheit beruht.

Im Jahr 2024 verabschiedete die 78. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig eine von China und 82 weiteren Staaten eingebrachte Resolution, mit der der 10. Juni zum Internationalen Tag des Dialogs zwischen den Zivilisationen erklärt wurde.

China betrachtet den Austausch zwischen politischen Parteien als einen wichtigen Bestandteil des Dialogs zwischen den Zivilisationen. Zu diesem Zweck richtet es unter anderem das Hochrangige Treffen der Kommunistischen Partei Chinas mit politischen Parteien der Welt sowie den Gipfel der Kommunistischen Partei Chinas und politischer Parteien der Welt aus und fördert einen umfassenden bilateralen und multilateralen Austausch sowie die Zusammenarbeit zwischen politischen Parteien.

China vertieft kontinuierlich seine Zusammenarbeit mit der UNESCO und der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UN Tourism). Vor Kurzem wurde die von China eingereichte Welterbestätte "Handwerkliche Porzellanindustrie in Jingdezhen" erfolgreich in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und ist damit die 61. Welterbestätte Chinas.

Darüber hinaus hat China für die Staatsangehörigen zahlreicher Länder eine visumfreie Einreise von bis zu 30 Tagen eingeführt, um den freundschaftlichen Austausch zwischen den Völkern zu fördern. Kulturveranstaltungen wie "Frohes Chinesisches Neujahr" haben sich zu einer weithin bekannten kulturellen Visitenkarte Chinas im Ausland entwickelt.

China fördert den internationalen Austausch und die Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Tourismus, setzt das Programm "Kulturseidenstraße" um und unterstützt den Aufbau der Allianz der internationalen Seidenstraßen-Theater, der Museumsallianz, der Allianz der Seidenstraßen-Kunstfestivals, der Bibliotheksallianz sowie der Allianz der Kunstmuseen.

Mit Staaten auf der ganzen Welt hat China zudem rund 3.000 Städte- und Provinzpartnerschaften aufgebaut und damit das Fundament für den Austausch zwischen den Menschen weiter gestärkt.

e) Umsetzung der Globalen Governance-Initiative und Förderung eines gerechteren und ausgewogeneren Systems der globalen Governance.

China ist seit jeher ein aktiver Teilnehmer, wichtiger Beitragender und konstruktiver Gestalter der globalen Governance. Es tritt für ein Konzept der globalen Governance ein, das auf gemeinsamer Beratung, gemeinsamem Aufbau und gemeinsamem Nutzen beruht, setzt sich für einen echten Multilateralismus ein und fördert eine gleichberechtigte und geordnete multipolare Welt sowie eine inklusive und allen zugutekommende wirtschaftliche Globalisierung.

Im Jahr 2025, dem 80. Jahrestag des Sieges im antifaschistischen Weltkrieg und der Gründung der Vereinten Nationen, hat Präsident Xi Jinping die Globale Governance-Initiative vorgestellt. Damit unterbreitete China einen eigenen Vorschlag zur Beantwortung der zentralen Fragen unserer Zeit: Welche globale Governance braucht die Welt, und wie kann das bestehende System reformiert und weiterentwickelt werden?

Die Globale Governance-Initiative orientiert sich an den Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen sowie am Konzept einer globalen Governance, das auf gemeinsamer Beratung, gemeinsamem Aufbau und gemeinsamem Nutzen beruht. Sie formuliert fünf zentrale Leitprinzipien: die Achtung der souveränen Gleichheit aller Staaten, die Wahrung der internationalen Rechtsordnung, die Förderung des Multilateralismus, einen menschenzentrierten Ansatz sowie eine konsequent handlungsorientierte Umsetzung.

Seit ihrer Vorstellung hat die Initiative breite internationale Unterstützung gefunden. Nahezu 160 Staaten und internationale Organisationen haben ihre Unterstützung bekundet, und mehr als 60 Länder sind der "Gruppe der Freunde der Globalen Governance" beigetreten.

Am 16. Juli fand in Shanghai die Unterzeichnungszeremonie des Übereinkommens zur Gründung der Weltorganisation für Künstliche-Intelligenz-Zusammenarbeit (WAICO) statt. Einen Tag später eröffnete Präsident Xi Jinping die Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz 2026 sowie das Hochrangige Treffen zur Globalen Governance der Künstlichen Intelligenz und hielt eine Grundsatzrede. Darin betonte er, dass alle Länder an einem menschenzentrierten und am Gemeinwohl orientierten Ansatz festhalten sollten, damit künstliche Intelligenz zu einer wichtigen Triebkraft für gemeinsamen Wohlstand und gemeinsame Sicherheit werde. Zugleich rief er dazu auf, gemeinsam ein gerechtes und ausgewogenes System der globalen Governance für künstliche Intelligenz aufzubauen.

Dies stellt einen weiteren wichtigen Beitrag Chinas zur Förderung einer gemeinsamen globalen Governance im Bereich der künstlichen Intelligenz dar. Zuvor hatte China bereits die Globale Initiative zur Governance der Künstlichen Intelligenz vorgeschlagen, den einstimmigen Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen über die internationale Zusammenarbeit beim Aufbau von KI-Kapazitäten mit vorangetrieben sowie den Inklusiven Aktionsplan zum Aufbau von KI-Kapazitäten und die Internationale Kooperationsinitiative "KI Plus" veröffentlicht.

III. Vertiefung der umfassenden sino- deutsche und sino-europäische strategischen Partnerschaften sowie Einbringung neuer Impulse für den Aufbau einer Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft der Menschheit.

China und Europa sind zwei bedeutende Kräfte zur Förderung einer multipolaren Weltordnung, zwei große Märkte zur Unterstützung der wirtschaftlichen Globalisierung sowie zwei große Zivilisationen, die für Vielfalt und gegenseitigen Austausch eintreten. Ihren Beziehungen kommt daher eine weitreichende strategische Bedeutung und ein globaler Einfluss zu.

Zwischen China und Europa bestehen keine grundlegenden Interessenkonflikte. Die Zusammenarbeit überwiegt den Wettbewerb, und der Konsens ist größer als die Meinungsverschiedenheiten. Als jeweils zweitgrößte Handelspartner profitieren beide Seiten in erheblichem Maße von ihrer für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit, die den Menschen in China und Europa konkrete Vorteile bringt.

Ein anschauliches Beispiel hierfür ist der China-Europe Railway Express. Bis zum 9. Mai 2026 wurden insgesamt mehr als 130.000 Zugverbindungen durchgeführt; der Wert der beförderten Waren überstieg 520 Milliarden US-Dollar. Mittlerweile haben 129 chinesische Städte den China-Europa-Güterzug eingerichtet. Das Streckennetz verbindet 235 Städte in 26 europäischen Ländern sowie mehr als 100 Städte in 11 asiatischen Ländern. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die jährliche Zahl der Zugverbindungen um das 10,8-Fache erhöht – ein eindrucksvoller Beleg für die Dynamik und den Erfolg der praktischen Zusammenarbeit zwischen China und Europa.

Es ist jedoch festzustellen, dass es derzeit in Europa vereinzelt Stimmen gibt, die für eine restriktivere Wirtschafts- und Handelspolitik gegenüber China eintreten. Solche Positionen stehen im Widerspruch zu den Grundprinzipien der Marktwirtschaft und des Multilateralismus. Sie sind weder im Interesse Europas noch förderlich für die langfristige Entwicklung der Beziehungen zwischen China und Europa.

Sollten entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden, würden sie die normalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Europa beeinträchtigen. Dies könnte zu Störungen auf den europäischen Märkten, höheren Kosten für Unternehmen und einer Einschränkung von Beschäftigungsmöglichkeiten führen. Letztlich würden dadurch vor allem die Interessen Europas selbst sowie das Wohlergehen seiner Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt.

China tritt seit jeher dafür ein, dass China und Europa ihre Beziehungen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts, der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens weiterentwickeln und bestehende Meinungsverschiedenheiten durch Dialog und Konsultation lösen. Angesichts ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung und ihrer hohen wirtschaftlichen Komplementarität können China und Europa ihre gemeinsamen Entwicklungschancen nur durch eine vertiefte, für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit voll ausschöpfen und so gemeinsam eine erfolgreiche Zukunft gestalten.

China und Deutschland sind die zweit- bzw. drittgrößten Volkswirtschaften der Welt sowie die größten Industrieländer Asiens bzw. Europas. Als solche tragen beide Länder eine besondere historische Verantwortung für Frieden, Entwicklung und den gemeinsamen Fortschritt der Menschheit.

Die für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland – eingebettet in den Rahmen der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und der Europäischen Union – wird auch künftig einen wichtigen Beitrag zu Frieden, Stabilität und Entwicklung in der Welt leisten.

Der Freistaat Bayern nimmt als Vorreiter der regionalen Zusammenarbeit mit China innerhalb Deutschlands seit jeher eine besondere Stellung ein. Bayern spielt eine einzigartige und konstruktive Rolle bei der Förderung und Vertiefung der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und Deutschland und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen.

Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass der geistige Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den intellektuellen Kreisen Chinas und Deutschlands über geografische Entfernungen hinweg immer wieder Funken der Weisheit hervorgebracht haben, die weit über beide Länder hinaus Wirkung entfalten.

Dass das Generalkonsulat der Volksrepublik China in München und das deutsche Schiller-Institut heute gemeinsam dieses Seminar veranstalten und Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen, um sich eingehend über die internationale Lage, globale Governance und weitere wichtige Zukunftsfragen auszutauschen, ist bereits für sich genommen eine wertvolle praktische Umsetzung des Konzepts einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit.

Ich bin überzeugt, dass die heutigen Diskussionen unser gegenseitiges Verständnis weiter vertiefen, den Austausch von Ideen fördern und neue Impulse für die Entwicklung der chinesisch-deutschen und der chinesisch-europäischen Beziehungen sowie für Frieden, Entwicklung und Zusammenarbeit in der Welt geben werden.

Ich hoffe, dass unsere heutigen Diskussionen wertvolle Erkenntnisse und zukunftsweisende Ideen hervorbringen und dazu beitragen werden, gemeinsam Weisheit und Tatkraft für den Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit zu bündeln.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!